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Bürgermedaille
Dachau - Die Stadt Dachau hat einen verdienten Bürger geehrt: Franz Eder. Der Brauchtumsexperte erhielt von OB Peter Bürgel die Goldene Bürgermedaille überreicht.
Verdient gemacht um das Dachauerische hat sich Franz Eder (r.) wie kaum ein Anderer. Die Stadt dankt es ihm mit Gold. Foto: BE
Dass die Tracht, der Dachauer Dialekt und das Bewusstsein für Brauchtum im Dachauer Land so stark erhalten sind, ist in ganz erheblichem Maße dem Dachauer Urgestein und Dachauer Original Franz Eder zu verdanken, der als Schneidermeister und Mitglied der Ampertaler, des Museumsvereins und der Ludwig-Thoma-Gemeinde hierin seine Berufung gefunden hat. Aus dem bloßen Gelderwerb ist für ihn eine Passion geworden, der sich der beinahe 78-Jährige auch heute noch widmet - und wenn es „nur“ beratend ist.
Franz Eder kennt die Dachauer Tracht aus dem Eff-eff, was Historie und Entwicklung anbelangt. Er hat sie mit Geschick und sensiblem Gespür tragbar erhalten, so dass sie noch heute bei vielen festlichen Gelegenheiten für Glanz und Aufsehen sorgt.
Darüberhinaus machten ihn seine profunde Kenntnis der Dachauer Mundart und der Bräuche im Dachauer Land zum beliebten Sprecher bei diversen Hoagartn. Bekannt ist er auch als Darsteller in vielen Theaterrollen. Starbesetzung war er im Fernsehfilm „Hochzeit“, der auf der Grundlage des Ludwig-Thoma-Bandes entstand. Ursprünglich war Eder bei der Produktion 1983 in beratender Funktion vorgesehen, dann gab er einen Hochzeitslader par excellence. Den umfangreichen Text in Gedichtform kann Franz Eder noch heute lückenlos und fehlerfrei aufsagen.
Für sein Engagement in Kultur und Brauchtum erhielt Franz Eder im alten Sitzungssaal des Rathauses im Beisein seiner Frau Maria, Tochter Waltraud, vieler Ehrengäste und Wegbegleiter die Goldene Bürgermedaille überreicht.
Seine Verdienste waren in der Vergangenheit nicht unbemerkt geblieben: 1974 erhielt er die Silberne Bürgermedaille der Stadt Dachau, 1995 den Kron-Maus-Kulturpreis der ÜB und 2010 das Bundesverdienstkreuz.
(don)
Bundesverdienstkreuz
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Ritterschlag für Franz Eder
Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer überreichte Franz Eder das ihm von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Bundesverdienstkreuz
Dachau (ciao) · Im Rahmen einer Feierstunde hat Ministerpräsident Horst Seehofer am vergangenen Mittwochvormittag 23 Mitbürgern, die besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oderehrenamtlichem Gebiet erbracht haben, den „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“ überreicht. Hocherfreut durfte auch Franz Eder – für sein Engagement rund um das bayerische Brauchtum – diese umgangssprachlich als Bundesverdienstkreuz bezeichnete Auszeichnung entgegennehmen. Im Gegenzug bedankte er sich für den ihm von Bundespräsident Horst Köhler verliehenen Orden mit einem ebenso kurzen wie für ihn typischen „I g’frei mi narrisch!“.
Stolz, aber auch sichtlich gerührt, nahm der „Eder Franz“ gleich im Anschluss die Glückwünsche seiner Frau Marerl und seiner Töchter entgegen, die ihn in die Landeshauptstadt zum Prinz-Carl-Palais, dem Amtssitz des bayerischen Ministerpräsidenten, begleitet hatten. Zu den ersten Gratulanten zählten unter anderen auch MdL Bernhard Seidenath, Landrat Hansjörg Christmann sowie sein langjähriger Freund und Weggefährte Robert Gasteiger.
Mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ erhielt der Sohn eines Schneiders und gelernte Schweißer keineswegs die erste, gleichwohl die bisher höchste Auszeichnung für sein ehrenamtliches Lebenswerk. Schon 1995 wurde Franz Eder der Kron-Maus-Kulturpreis verliehen. Er erhielt die Bürgermedaille der Großen Kreisstadt und nahm 2003 die Bezirksmedaille in Silber entgegen.
Obwohl der Eder Franz und sein unermüdliches Schaffen in Dachau und Umgebung vermutlich niemandem groß vorgestellt werden muss, ist es dennoch hoch interessant die offizielle Begründung zur jüngsten Ehrung zu lesen. Wortwörtlich heißt es hier: Herr Eder, eine Koryphäe für Brauchtumsfragen, ist im Dachauer Raum stark verwurzelt und hat sich seit Jahrzehnten unermüdlich und ehrenamtlich in den Dienst der Dachauer Kultur und der Heimat- und Brauchtumspflege insgesamt gestellt. Kurz nach dem 2. Weltkrieg gestaltete er die Dachauer Trachtenvereine neu und sorgte beim Trachtenverein „D’Ampertaler“ für den Erhalt der Dachauer Tracht, deren Trägerinnen und Träger bei Bräuchen religiösen Ursprungs, Gaufesten, historischen Festzügen, Volksfesten, Oktoberfest oder bei der Pflege alter überlieferter Volkstänze vertreten und nicht nur aus dem Dachauer Kulturleben nicht mehr wegzudenken sind. Seit etwa sechs Jahrzehnten ist Herr Eder in den verschiedensten Funktionen tätig, wie etwa als Jugendleiter, Beisitzer, Trachtenwart, Revisor, Vorplattler und über Jahre hinweg als äußerst engagierter Vorsitzender. Als Sohn eines Schneiders hat Herr Eder in der Jugend das Nähen fachmännisch gelernt und mit seinem handwerklichen Können und Wissen auf dem Gebiet der Trachtenkunde und Trachtenforschung dazu beigetragen, dass so manches Zeugnis bayerischer Kleiderkultur erhalten blieb. Darüber hinaus bemüht er sich seit Jahrzehnten zusammen mit etwa 500 anderen Sprachliebhabern aus Bayern darum, die Dialekte zu erhalten. Als berufener Heimatforscher stand er auch beim Aufbau des Bezirksmuseums Dachau mit Rat und Tat zur Seite. Dabei beschränkt sich sein Engagement über mehrere Landkreise hinaus bis nach Dießen am Ammersee und Benediktbeuern.


