Brautkrone
Die aus einem Samtkörper (in Zylinderform) bestehende Brautkrone war sehr aufwendig und für die Dachauer Hochzeitstracht charakteristisch. Felix Dahn führte bei der sehr ausführlichen Beschreibung den Namen "Protzenhafen" ein, der auch heute noch gebräuchlich ist. Der Protzenhafen überhöhte die Stirn in Form eines breiten, rechteckigen Schildes, auf welchem Flitter, bunter Glasschliff, silberne und goldene Pailletten um die Wette funkelten. Durch Seidenbänder wurde eine Krone gestaltet, eigens von der Kranzlbinderin angefertigt.
Auf der Seite und Rückseite prangten neben allerlei Zierrat, wie kleine Spiegelchen und Filigranarbeiten, falsche Zöpfe aus Werg mit rotem Samtüberzug. (Werg= als Arbeitsstoff auch Hede oder Kauder genannt; ist eine niedere Faserqualität, die beim Hecheln von Bastfasern wie Leinen, Hanf oder Jute anfällt. Es besteht aus kurzen Faserstücken in Wirrlage und ist meistens durch Schmutz und Schäben verunreinigt. Es stellt ein Nebenprodukt der Langfaserproduktion dar.)
Interessant ist, warum der schönere und aufwendigere Teil des Kopfschmucks nach hinten zeigte.
Ist es doch auf den alten Glauben zurückzuführen, dass das Unglück in Form des Teufels durch seinen eigenen Anblick in den kleinen Spiegelchen auf der Rückseite des Protzenhafens erschrecken und somit vertrieben würde.
Brautkrone
Brautkrone
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Brautpaar
Die Braut trug am Hochzeitstag zum schwarzen Pollnkittl eine weiße Bluse, die weißen Strümpfe der Jungfrauen und einen Spenzer aus schwarzem Seidendamast, vorne mit einem breiten schwarzen Seidenband gebunden. Das ebenso schwarze, in sich gemusterte Seidenfürta (=Schürze) wurde an diesem Tage von einer bunten, prächtigen, bis zum Rocksaum reichenden Schleife, gehalten.
Ab der Verehelichung durfte der Mann, bisher den Janker tragend, den "Gvattersrock" oder Kirchenrock anziehen.
Es war ein zweireihiger Gehrock aus meist schwarzem Tuch, er konnte aber auch blau oder braun sein, wurde offen getragen und reichte bis zu den Knien.
Ähnlich der reichlich gehaltenen "Schinkenärmel" am Spenzer der Frauentracht polsterte man auch hier die Armkugeln des Rockes, damit er "etwas gleichsah".
An Anzahl und Größe der silbernen "Knöpfe" am Rock konnte man den Wohlstand des Trägers ablesen.
Vorne, in zwei Reihen, oft zwölf Silbertaler und auf der Rückseite über den Schößen nochmals zwei, also insgesamt 14 Silbertaler, waren keine Seltenheit.
Sie bildeten auch die einzige Zier, denn Kragen und Ränder fasste man mit einfachen Borten aus Stoff ein.
Der "Gvattersrock" blieb aber nur besonderen Anlässen, wie Amtsbesuchen, Feiertagen und natürlich dem Kirchgang vorbehalten.
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Trauerkleidung
Die trauernde Frau trug zum schwarzem Pollnkittel eine schwarze Schürze mit Bändern und Haube und die weiße Bluse. Schwarze Strümpfe tauchten nirgendwo auf!
Besonderes Gwandstück der Trauerkleidung was der "Schloar", ein handbreiter, weißer und schwarzer Florstreif, der bei der Beerdigung von den trauernden Frauen um Kinn und Wange gewunden wurde. Er war die verkleinerte Form des "Stauchen", eines weißen, das Gesicht umfangende Stück Leinwands, wie es im oberen Lechrain noch um Mitte des 19. Jahrhunderts getragen wurde.
Äußerlich sichtbar traten die Bindungen der Sippe bei Trauerfällen besonders hervor. Bei oft sehr langen Trauerzeiten für mehr oder weniger nahe Angehörige des Verstorbenen wich, je nach dem Stadium der "Abtrauer" die schwarze Farbe mehr und mehr zurück.
Ein besonderer Dank gilt Herrn Franz Eder für die Mithilfe bei der Trachtenbeschreibung sowie der Zurverfügungstellung von Material.
Die Beschreibungen und Bilder stammen aus Privatbesitz, der Gauchronik des Isargaus, dem Buch "Dachauer Tracht" vom Museumsverein Dachau, dem Heft "Trachten in Bayern Nr. 5" vom Bayerischen Landesverband für Heimatpflege, dem Buch "Die Volkstracht in Bayern" von Paul Ernst Rattelmüller und dem Buch "Das große Buch der Volkstrachten" von Albert Kretschmer.

